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Jahrgang 2016

Gemeinsame Stadthalle im Dillfeld?

24. November 2016 | Dillenburg/Haiger von Christoph Weber und Holger Kiehl

BEDARFSANALYSE IHK lotet die Chancen für ein Gemeinschaftsprojekt aus

Die Dillenburger Stadthalle ist bereits geschlossen, in Haiger stehen im aktuellen Haushalt eine Million Euro an Investitionen zur Verfügung, um den Betrieb sicherzustellen. Aber braucht überhaupt jede der beiden Städte eine eigene Versammlungsstätte?

Initiiert durch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Lahn-Dill wird genau dieser Frage nachgegangen. Die Idee: Eine moderne, etwas größere gemeinsame Halle könnte ein Gewinn für die ganze Region sein. Gerade die heimischen Industriebetriebe suchten händeringend nach einem Ort, an dem größere Veranstaltungen stattfinden können, sagt IHK-Geschäftsführer Andreas Tielmann. „Viele Unternehmen unterstützen das.“

Bedarfsanalyse geht nach der Veröffentlichung zunächst in die städtischen Gremien

Zwischenzeitlich ist eine Bedarfsanalyse als erste Entscheidungsgrundlage für die Kommunalpolitiker beider Städte fertig. Öffentlich vorgestellt wurde sie noch nicht. Darin wird aufgelistet, welche Möglichkeiten eine gemeinsame Halle bieten müsste. Über Standorte wird bereits diskutiert, wenngleich Tielmann sagt: „Jetzt ist noch nicht der Zeitpunkt, darüber zu entscheiden.“

Haigers Bürgermeister Mario Schramm berichtete am Mittwochabend im Bauausschuss von der „interkommunalen Zusammenarbeit Obere Dill“ in Bezug auf die Stadthallenüberlegungen. Tendenz des von der IHK beauftragten Planungsbüros sei in einem ersten Zwischenergebnis: „Im Prinzip ja!“ Als Standort würden in der ersten Einschätzung die Dillwiesen zwischen Bundesstraße und Eisenbahn favorisiert. Andere Standorte seien „weit abgeschlagen gewesen“. Im Haigerer Rathaus hatte man als Alternative auch die „Hachelbach“ in Nähe der ersten Einfahrt nach Sechshelden im Auge gehabt. „Da müssen die Dillenburger noch nicht einmal an einem Haigerer Ortsschild vorbei“, stellte Schramm hierzu vor ein paar Wochen lächelnd in den Raum.

Als nächsten Schritt nennt Schramm eine Gesprächsrunde zwischen der IHK, dem Planungsbüro und Vertretern beider betroffener Städte.

Dillenburgs Rathauschef Michael Lotz spricht „von einem ersten Stimmungsbild und zaghaftem Schritt“. Wenn die IHK die Bedarfsanalyse öffentlich gemacht habe, komme das Thema in die städtischen Gremien. Der Bürgermeister steht ein wenig unter Zeitdruck, weil die Stadthalle in der Bismarckstraße bereits seit knapp einem Jahr geschlossen ist und die Bürger und die Politik Antworten über das weitere Vorgehen erwarten. Bis zum St. Nimmerleinstag, hatte ihm die Politik in einer Ausschusssitzung mit auf den Weg gegeben, wolle man die Entscheidung nicht verschieben. Während des Kommunalwahlkampfes hatten sich alle Parteien bis auf die Grünen für eine Stadthalle stark gemacht.

Von zentraler Bedeutung ist aus Sicht des Dillenburger Rathauschefs zunächst einmal die Standortfrage. Wenn diese geklärt sei, müsse über die Finanzierung der Baukosten und des laufenden Betriebs gesprochen werden. Alles in allem also noch ein weiter Weg!